Cyrill Knecht am Seglen
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Grosser See und wenig Wind

ILCA U21 EM/WM Balatonfüred, HUN (14.–21. Juli 2013)/
Der grösste Event dieses Jahres war die Jugend-Weltmeisterschaft in Balatonfüred in Ungarn. Ich reiste direkt von Warnemünde an den Balaton, um dort noch fünf Tage vor Beginn der WM zu trainieren. Schon an den Trainings stellte sich heraus, dass es anhand von den wirklich sehr extrem drehenden und unkonstanten Winden eine etwas andere WM wird. Wir Binnensegler sollten es ja gewohnt sein mit solchen Winden zu segeln, doch dies konnte man nicht vergleichen, es war einfach extrem. Am Dienstag startete der Megaevent. Schon an der Opening Ceremony wurde eine Änderung des Reglements vorgenommen und es waren für den ersten Tag drei anstatt zwei Rennen ausgeschrieben. Am Dienstag dann der Start. Es wurden drei Rennen bei extremen Verhältnissen gesegelt (viele würden sagen unfairen, ich greife lieber zum Wort anspruchsvoll oder kurios).
Ich hatte die Möglichkeit, zwei gute Rennen zu segeln, habe mich jedoch für die falsche Taktik entschieden und so ist es mir nicht gut gelungen. Über die nächsten drei Tage gibt es nicht viel zu sagen: Flaute. Es hatte keinen Wind, wirklich nichts. Am Mittwoch gingen wir noch kurz aufs Wasser, jedoch ohne Erfolg. Am Donnerstag und Freitag hatten wir keinen Wasserkontakt. Am Samstag wurde dann wieder bei dubiosen Verhältnissen gesegelt. Es lief mir im grossen und ganzen gut, abgesehen davon, dass ich in der Nachstartphase vom zweiten Lauf beim Wenden aus dem Schiff gefallen bin. Das ist der Grund für mein schlechtestes Resultat. Ich konnte jedoch im dritten Lauf einen guten zwölften Rang segeln. Leider hat es nicht ganz für die Goldfleet gereicht und ich musste am letzten Tag in der Silberfleet segeln. Nur ein Rennen wurde bei sehr schwachem Wind gesegelt. Wieder konnte ich einen zwölften Rang segeln. Damit wurde ich Zehnter in der Silberfleet und bester Schweizer.

Mit dem Resultat bin ich nicht ganz zufrieden. Ich hätte es in die Goldfleet schaffen wollen. Jedoch war es wirklich eine WM im Ausnahmezustand. Somit bin ich trotz Enttäuschung durch das Endresultat und einzelnen Rennen zufrieden mit meinen Erfahrungen und guten Taten an dieser WM.